So stark wie lange nicht mehr präsentierte sich Gerald Hinz bei den Deutschen Meisterschaften im Degenfechten in Tauberbischofsheim. Der 40-jährige Routinier aus der Krückaustadt überraschte die Konkurrenz mit einem tollen 27ten Platz und erkämpfte sich damit einen Punkt in der Deutschen Rangliste.
„Ich hatte bei Ranglistenturnieren in Berlin und Recklinghausen zwar schon mal mehr Punkte, aber bei den „Deutschen“ welche zu holen ist besonders schwer, und das ist mir jetzt zum ersten mal geglückt.“ freute sich Hinz. Besonders konnte der Elmshorner diesmal nicht nur von seiner über die Jahre konsequent erarbeiteten technischen Stärke, sondern auch von seiner Erfahrung profitieren; und es ist bezeichnend für ihn, wie er seine mentale Stärke gegenüber der teilweise erst halb so alten und in einem Umfeld mit wesentlich mehr und stärkeren Gegnern trainierenden Konkurrenz aus den süddeutschen Leistungszentren in die Wagschale werfen konnte.
Der Auftakt verhieß zunächst nichts Gutes – mit 4:5 verlor er durchaus vermeidbar gegen Manuel Reißmeier (TV Paderborn). Doch dann fing sich Hinz, gewann eine Begegnung nach der anderen und krönte seine Vorrunde, indem er mit einem sensationellen 5:3 Sieg den Ditzinger Ingo Grausam aus dem Turnier warf. Kenner der Szene erinnern sich: Grausam sorgte bei den Deutschen Meisterschaften 1995 in Elmshorn für die Sensation, als er den Topfavoriten Arnd Schmitt ausschaltete und selbst Dritter wurde...
In der ersten Begegnung im Direktausscheid gegen Peter Reiß (FC Fürth) konnte Hinz seinem technisch starken Kontrahenten auf dessen eigenem Gebiet die Grenzen aufzeigen ( „Er sagte mir nach der Partie, dass er am Ende nicht mehr wusste, was er machen musste...“ so Hinz.). Danach verlor Hinz zwar erwartungsgemäß gegen Ulf Weidemann (SC Berlin), traf aber im Hoffnungslauf um den Einzug unter die besten 32 Fechter und damit in die Punktränge auf einen zwar klar schnelleren, aber taktisch zu unerfahrenen Kandidaten. Während sich Hinz immer besser auf die Aktionen von Robert Schwefel (TG Rohrbach) einstellte, verlor dieser zunehmend seinen Glauben an seine anfangs durchaus hochgefährlichen Angriffe, und Hinz siegte hochverdient mit 15.9.
Selbst im 32er KO war noch mehr drin – sowohl gegen Manuel Erdmann (FC TBB, 10:15) als auch gegen Paul Sawicki (ebenfalls TBB, 10:15) lag Gerald Hinz jeweils zunächst bis zur halben Distanz in Führung... nl
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