Der elmshorner Degenfechter Nils Lienau gilt nicht gerade als ausgewiesener Fanatiker emotionsloser Entscheidungen auf der Planche. Beim Satellitenweltcupturnier im dänischen Aarhus wurde dieses erneut deutlich – mit jeweils nur einem Treffer Vorsprung kämpfte er sich durch den Direktausscheid und erreichte am Ende Platz sechs und einen Zähler in der Weltrangliste . Damit rangiert der EMTVer dort ca. an Platz 385.
Am Vorabend verabreichte Lienau sich und seiner Begleitmannschaft unfreiwillig ein leichtes Krafttraining: punktgenau zur Stadtgrenze, aber noch 500m von der nächsten Tankstelle versagte Lienaus’ tapferer VW Käfer wegen Spritmangels seinen Dienst...
Vor allem einer soliden zweiten Vorrunde verdankte Lienau einen aussichtsreichen siebten Rank für den K.O. Durchgang. Gegen Lokalmatador Kasper Pedersen (JAF Aarhus) lag der Elmshorner schon mit 5:0 in Front, der Versuch, den Selbstgänger im Energiesparmodus nach Hause zu bringen endete jedoch beinahe mit einem Fiasko. Lienau bewies jedoch beim Stand von 13:14 gegen ihn eiserne Nerven. Zunächst setzte er mit einem für ihn typischen Treffer in Weltklassemanier punktgenau unter die Hand des Gegners den Ausgleich, und nach zwei Doppeltreffern gelang dem Elmshorner der entscheidende Angriff zum 15:14.
Gegen Jesper Münster (FKTrekanten Kopenhagen) hatte Lienau in der Vorrunde klar 1:5 verloren, brachte sich mit geänderter Taktik zunächst mit 7:2 klar in Führung. Dennoch musste er noch wenige Sekunden vor Ende der regulären Kampfzeit den 11:11 Ausgleich hinnehmen, doch im „Sudden Death“ bewies er erneut Nervenstärke und holte mit einem Überraschungsangriff den entscheidenden Punkt.
Im Anschluß war dann gegen Andras Borsodi (Bygdö FK, Norwegen) Endstation (8:15). Der Norweger gewann am Ende auch das Turnier vor Kim Momen (Stockholm).