Im Einzel gegeneinander - in der Mannschaft stark -
Elmshorner Degenfechter im niederländischen Enschede erfolgreich
Nach dem Mannschaftsfinale herrschte Friede, Freude, Eierkuchen. Zwar hatte die Degenequipe des EMTV gerade gegen den hohen Favoriten Heidelberg verloren, feierte dennoch zu Recht ihren bisher stärksten Auftritt. Unter 14 Mannschaften erreichten die Elmshorner beim IUS-Cup '03 Platz zwei.
Am Tag davor standen sich die EMTVer selbst im Wege. Nils Lienau, der in den Vorrunden sogar die späteren Erst- und Zweitplazierten besiegen konnte, mußte im Direktausscheid die inoffiziellen EMTV-Vereinsmeisterschaften austragen. Zunächst kämpfte er Lorenz Mohr (am Ende Pl. 26) mit 15:11 nieder, im Anschluß unterlag er nach 7:4 Führung mit demselben Endresultat gegen Gerald Hinz -Platz 11. Fabian Wagner (am Ende Platz 31) entging demselben Schicksal nur, weil er nach seinem sicheren 15:11 gegen Sebastian Jäger (Uni Göttingen) gegen Jörg Brudy (Uni Heidelberg) bereits ausschied. Gerald Hinz schickte Brudy klar mit 15:8 in die Kabine und steckte trotz seiner Halbfinalniederlage gegen den späteren Sieger Alexander Trütschler v. Falkenstein (Heidelberg) nicht auf - gegen Boudewijn Wisse holte er in den letzten 45 Sekunden der Partie einen 10:13 Rückstand auf und bezwang den Delfter in der Verlängerung mit 15:14 - Platz 3!
In der Mannschaft schöpften die Elmshorner aus dem Vollen - Fabian Wagner ging jeweils zum Auftakt auf die Planche und sammelte so Erfahrung und Punkte für den EMTV; Nils Lienau wurde so geschont und kam als Joker gegen Ende zum Einsatz. Diese Taktik ging voll auf - Schlußmann Gerald Hinz hatte vor der entscheidenden Partie stets ein komfortables Punktepolster und so alle taktischen Möglichkeiten. Brilliant der Endspurt gegen den Berliner FC nach einem umkämpften 35:31 zogen die Elmshorner mit 10:0(!!) in den letzten beiden Gefechten zum 45:31 Endstand durch; die sichtlich frustrierten Hauptstädter bedankten sich bei der Verabschiedung sogar für die erteilte Lektion... Auch gegen Delft (45:43), Almeda (45:29) und Leiden (45:36) waren die Elmshorner jeweils am Ende souveräner.
Kurios am Rande: im Gegensatz zu seinen Sportlern und entgegen der Meinung des (niederländischen) Kampfrichters hatte der Trainer der Mannschaft aus Almeda mit der Auswechselpraxis des EMTV ein Problem, weil sie zwar den internationalen Regeln, nicht aber denen des niederländischen Fechtverbandes entsprach. Der Protest des wackeren Paragraphenritters wurde aber nach einiger Diskussion aufgrund dessen eigener Unprofessionalität zurückgewiesen - Grund: der beanstandete Kampf lief während des Protestes weiter und ist nicht unterbrochen worden, und ein expliziter Hinweis auf die Anwendung niederländischen Reglements fehlte in der Turnierausschreibung. Eine Wertung der Begegnung für Almeda hätte den Gefechtsverlauf (45:29 für Elmshorn) auf den Kopf gestellt... (NL)